Ein historisches Trauma und seine Verarbeitung - DDR-Zeitzeuge Hartwig Kluge spricht vor GaR-Neuntklässlern

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„Jetzt ist die Falle zugeschnappt.“ So äußerte sich die Mutter Hartwig Kluges, als Walter Ulbricht als SED-Parteiführer der DDR 1961 den Befehl zum Mauerbau und zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin gab.

Dem DDR-Zeitzeugen Kluge, der am Mittwoch, 5. Juli das GaR besuchte, gelang es mit solch detaillierten Erinnerungen an seine Jugend auch in diesem Jahr wieder, die Neuntklässler in einem 90-minütigen Vortrag von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen. Der Wahl-Freiburger erzählte von seiner Jugend in einer Diktatur und dem Drang nach Freiheit und Demokratie. Der Redner schaffte es, durch seine lebendige Sprache und das aktive Einbeziehen der Schülerinnen und Schüler, eine historische Epoche, die für einen heutigen 15-Jährigen schon weit entfernt scheint, neu aufleben zu lassen.

Die Kinder verließen den Vortrag sichtlich beeindruckt: Die Geschichte von missglückter Flucht und anschließender Haft, in der eine Kommunikation mit anderen Gefangenen teilweise nur über Klopfsignale an der Wand möglich war, hatte sie gefesselt. Kluge vermittelte bei allen schlimmen Erfahrungen eine extrem positive, optimistische Einstellung zum Leben: Es wurde deutlich, dass er sein Trauma zwar nicht vergessen kann, er aber trotz dieser einschneidenden Zeit fest an die Demokratie und ihre Stärke gegenüber Unterdrückung und Diktatur glaubt. 

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