Austauschprogramme

Pontarlier - Frankreich

Seit 1964 besteht zwischen der im französischen Jura gelegenen Stadt Pontarlier und Villingen (seit 1972: Villingen-Schwenningen) eine Städteparnterschaft.

Das Gymnasium am Romäusring pflegt seit mehr als 30 Jahren eine Schulpartnerschaft mit dem Lycée Xavier Marmier in Pontarlier, seit 1988 auch mit dem Collège André Malraux. Jedes Jahr finden mit diesen beiden Schulen abwechselnd Austauschaktivitäten statt. In der Regel nehmen Schüler unserer 10. Klasse an einem Austausch mit dem Lycée teil, während Schüler der 8. oder 9. Klasse das Collège besuchen. In den ersten 20 Jahren der Parnterschaft konnten etwa 1000 französische und deutsche Schüler die Möglichkeit eines Austausches nutzen.     Romäusschüler in Pontarlier im Jahr 2014 Eine erlebnisreiche Woche verbrachten 26 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Romäusring in Pontarlier. Die herzliche Aufnahme bei den Austauschpartnern ermöglichte Einblicke in französisches Familienleben, auch durften die Villinger einige Unterrichtsstunden in der Partnerschule Lycée Xavier Marmier besuchen. Ein umfangreiches Besichtigungs- und Ausflugsprogramm wurde geboten, z.B. schaute man das geschichtsträchtige Château de Joux mit seinen fünffachen Befestigungsmauern und den Kerkern an. Tagesausflüge führten in die Universitätsstadt Besançon und nach Lausanne zum Museum der Olympischen Spiele. Beim festlichen Rathausempfang nahm der Bürgermeister die deutsch-französische Jugend in die Pflicht: 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs und 50 Jahre seit Beginn der Städtepartnerschaft zwischen Pontarlier und Villingen sei es ihre Aufgabe, den Frieden zu wahren und die Freundschaft zu pflegen. Die Villinger Schüler und ihre Lehrerinnen freuen sich auf den Gegenbesuch im April 2015.
 

Kairo - Ägypten

Die erste Austauschmaßnahme nach Kairo wurde 1983 als Folge persönlicher Kontakte des Lehrers Hubert Knapp von der Realschule - er unterrichtete 5 Jahre an der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo - durchgeführt. Im Jahre 1986 schloss sich das Gymnasium dieser Partnerschaft an.

Im Zweijahresrhythmus besuchen sich seitdem jeweils 25 Mädchen für jeweils drei Wochen in Kairo und in Villingen. Sie leben während des Gastaufenthaltes in der Familie ihrer Partnerin. Die betreuenden Schulen gestalten ein Rahmenprogramm, um die vielfältigen Aspekte gerade dieses Austausches mit Inhalten zu füllen. Für die deutschen Mädchen geht es dabei vor allem darum, gleichaltrige Menschen und deren Familien in einer völlig neuen und für viele fremden Umgebung kennenzulernen. Dabei gilt auch die besondere Beachtung in der einjährigen vorbereitenden Arbeitsgemeinschaft der Tatsache, dass Ägypten einerseits ein Entwicklungsland ist, eine völlig andere, nämlich vom Islam bestimmte Kultur hat, in einer klimatisch ungewohnten Wüstenregion liegt, andererseits die ägyptischen Austauschmädchen in einem, häufig an Europa orientierten Milieu aufwachsen. Diese Widersprüche zu erfahren und sich damit auseinanderzusetzen ist sicher die wichtigste Erfahrung, die unsere Mädchen neben dem Kennenlernen eines neuen Landes und Kontinents während der drei Wochen in Kairo machen.

Der Austausch des Jahres 2007 blickt nun auf eine 24-jährige Geschichte zurück. Vieles ist für die Verantwortlichen leichter geworden, da die Organisation auf bewährte Muster zurückgreifen kann. Lediglich politische Ereignisse lassen uns den Atem anhalten, da spätestens dann deutlich wird, wie sensibel Reisen in den vom Nahost-Konflikt betroffenen Gebieten sind.

Wir für den Austausch mit der DSB -Kairo verantwortlichen Lehrer wünschen unserer Partnerschule alles Gute zum Jubiläum und freuen uns auf die künftigen Kontakte und Freundschaften, die sich aus den Begegnungen in Kairo und Villingen-Schwenningen ergeben.

Deutsche Schule der Borromäerinnen, Kairo: Heba Mansur
Gymnasium am Romäusring, Villingen: Dr. Yvonne Hapke
Karl-Brachat-Realschule, Villingen: Thomas Schumacher

Über die Stadt Kairo

Kairo (arabisch al-Qahira: "die Siegreiche") ist die Hauptstadt von Ägypten sowie die größte Stadt Afrikas und der arabischen Welt. Sie breitet sich am Südrand des Nildeltas zu beiden Seiten des Flusses (vor allem aber nach Osten) aus. Die Stadt war während ihrer Geschichte Hauptstadt verschiedener Kulturen und Mächte in Ägypten. Kairo ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Ägyptens und des Nahen Ostens. Die Stadt ist Sitz der ägyptischen Regierung, des Parlaments, aller staatlichen und religiösen Zentralbehörden sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen.

Die verkehrsgünstige Lage an der Drehscheibe zwischen Südeuropa, Orient und Schwarzafrika ließ Kairo schon früh zu einem wichtigen Handelszentrum werden. Die Stadt ist als bedeutendstes Geschäftszentrum des Nahen Ostens Sitz zahlreicher Konzerne und Wirtschaftsorganisationen. Darüber hinaus ist der Tourismus von herausragender Bedeutung. Die Einwohnerzahl der ägyptischen Hauptstadt stieg während der vergangenen Jahrzehnte rapide. Ein wichtiger Grund hierfür ist neben den hohen Geburtenraten auch die zunehmende Landflucht. Um das ständige Bevölkerungswachstum auffangen zu können, wurden um Kairo herum bereits einige so genannte Entlastungsstädte errichtet. Die Einwohnerzahl beträgt in Großkairo etwa 15 Millionen Menschen.

Die Stadt ist weitgehend von Wüstengebiet umgeben, im Norden wird sie vom Delta des Nil begrenzt. Zum Stadtgebiet gehören auch eine Reihe von Inseln; die größte davon ist die zentral gelegene al-Gesira, auf der sich u. a. das Kairoer Opernhaus (1869 eröffnet) und der 187 Meter hohe Kairo-Turm befinden. Mehrere Brücken verbinden die Insel mit den gegenüberliegenden Flussufern. Das Zentrum der Stadt bildet der Tahrirplatz, in dessen Nähe sich die Deutsche Schule der Borromäerinnen befindet.

Die Partnerschule

1884 gründen die Schwestern vom Heiligen Karl Borromäus die Schule in Alexandria und schließlich 1904 die in Kairo.

Die Deutsche Schule der Borromäerinnen wird als Auslandsschule von der deutschen Regierung unterstützt und von der ägyptischen anerkannt. Sie entspricht dabei dem deutschen Schulsystem, muss aber Kultur und Tradition Ägyptens berücksichtigen.

In jedem Jahr werden nach einem Eingangstest etwa 60 Mädchen im eigenen Kindergarten aufgenommen. Dieser Besuch dient als Vorbereitung auf die Schule, es wird bereits Deutsch gelernt.

Anschließend durchlaufen die Mädchen Primarschule und Mittelschule. Nach der achten Klasse entscheiden sich die Familien für die ägyptische Abschlussprüfung (Thanaweya) nach dem 11. Schuljahr oder für die deutsche Reifeprüfung nach Klasse 12. Dieses Zertifikat berechtigt zum Besuch aller ägyptischen Hochschulen, aber auch der amerikanischen Universität in Kairo oder der Hochschulen in Deutschland.

Die Schule liegt mitten in Kairo, 500 m vom Verkehrsknoten Tahir entfernt. Die Mädchen kommen täglich in zur Zeit 16 eigenen Schulbussen zum Unterricht, der von 7.30h bis 14.00h dauert. Freitag (Islam) und Sonntag (Christentum) sind schulfrei. Angehörige der Schule kommen in den Genuss von ägyptischen und deutschen Feiertagen (z.B. 3. Oktober und 8. Oktober). Das Lehrerkollegium besteht aus einheimischen, sogenannten Ortskräften und aus Deutschland vermittelten Lehrern, die höchstens 5 Jahre am Nil sein können. Die Schulleitung besteht aus einer deutschen und einer ägyptischen Direktion, dazu kommt als Hausherrin die Oberin der Borromäerinnen.

Schüleraustausch 2015

Einen besonders interessanten Schüleraustausch erlebten 23 ägyptische Mädchen gemeinsam mit ihren deutschen Partnerinnen vom 9. bis 20. Juni 2015 in Villingen. In vielen gemeinsamen Ausflügen, in der Schule und beim gemütlichen Beisammensein konnten sie Einblicke in die jeweils andere Kultur erhalten. Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon empfing die ägyptischen und die deutschen Mädchen zu Beginn des Austausches im Alten Rathaus und unterstrich die besondere Bedeutung persönlicher Freundschaften in politischen Umbruchzeiten. Auch er bedauerte, dass wegen der anhaltenden Unsicherheiten in diesem Jahr kein Gegenbesuch in Kairo stattfinden kann.

Die Schülerinnen aus Kairo besuchen die Deutsche Schule der Boromäerinnen und sprechen alle perfekt Deutsch. Dadurch gab es zumindest bei der Sprache keinerlei Schwierigkeiten. Kulturelle Unterschiede offenbarten sich hin- und wieder im Detail: So erforderten verschiedene Konzepte von "Zeit" und die Einhaltung von Zeitplänen und Verabredungen etwas Flexibilität und Lernen auf beiden Seiten. Dass dies perfekt gelang, zeigten die Tränen beim Abschied.

Website der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo

 

Tula - Russland

Tula liegt etwa 180 km südlich von Moskau und ist seit 1993 Partnerstadt von Villingen-Schwenningen.
Im jährlichen Wechsel führen wir Schüleraustausche zwischen verschiedenen Tulaer Schulen und den allgemeinbildenden Gymnasien unserer Doppelstadt durch. Die 24 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verteilen sich meist paritätisch auf die Gymnasien am Deutenberg, Hoptbühl und Romäusring. Dabei ist Deutsch, die als Fremdsprache im Unterricht vieler Tulaer Schulen einen hohen Beliebtheitsgrad genießt, die gemeinsame Verständigungssprache.

Bei allen bisherigen Besuchen ist die überaus große Gastfreundlichkeit, mit der wir sowohl in den Familien als auch in den Schulen empfangen worden sind, besonders beeindruckend. Die Schülerinnen und Schüler nehmen am täglichen Leben der Gastgeber teil, bekommen dadurch einen tiefen Einblick in die Lebensumstände, Sitten und Gebräuche der Menschen. Ein umfangreiches kulturelles Programm, die Besichtigung der Stadt, Fahrten in die nähere Umgebung (z. B. zum ehemaligen Gut des Dichters Leo Tolstoi) und eine Tagesfahrt nach Moskau mit der Besichtigung des Kremls und des Roten Platzes sind feste Bestandteile jedes Aufenthalts. Die gastgebenden Jugendlichen laden in ihre Schulen ein, wobei Unterschiede im Schulalltag und in der Unterrichtsgestaltung besonders sichtbar werden.
In ebenso informativer und unterhaltsamer Weise bekommen die russischen Schülerinnen und Schüler während ihres Aufenthaltes in Villingen- Schwenningen Einblicke in unsere Stadt, die nähere und weitere Umgebung und natürlich auch in den deutschen Schulalltag und das deutsche Familienleben.

Der besondere Reiz dieses Austausches liegt in den kulturellen Unterschieden, welche im westlichen Ausland wie Frankreich oder England sicherlich deutlich geringer ausfallen.
Die Abschiedstränen, die das Ende jeden Austauschs verkünden, zeigen uns jedoch, dass diese Unterschiede recht schnell überwunden und teilweise sogar Freundschaften geschlossen wurden.

 

Englandfahrt und Schüleraustausch: Stadt – Land - Schule


“And then my heart with pleasure fills,

And dances with the daffodils.“

 

Traditionsreiche Städte im Norden Englands, aber auch der Süden mit seiner Metropole London haben seit Generationen den Schülern und Schülerinnen am GaR die Sprache und Kultur des Vereinigten Königreichs näher gebracht, denn es besteht die Möglichkeit eine Englandfahrt zu machen bzw.  (in größeren zeitlichen Abständen) an einem Austausch teilzunehmen.

In so malerischen Städtchen wie York und Chester, wandelten schon viele Schülerinnen und Schüler des GaR auf den Spuren der Wikinger und Römer. Auch die Landschaft des Lake District und die irische See mit ihren kilometerlangen Stränden luden in der Vergangenheit zum Wandern ein und begeisterten die deutschen Schüler und Schülerinnen immer wieder restlos.

Höhepunkt der Fahrten stellt für die Jugendlichen jedoch natürlich der Schulbesuch dar. Der so anders strukturierte Schulalltag und das Tragen von Uniformen in England und damit die Tatsache darum als Deutscher erkannt zu werden und mit neugierigen Fragen überhäuft zu werden, machten den Besuch der Schule bisher immer besonders aufregend. Die Schüler und Schülerinnen haben somit die Möglichkeit ihre erlernten Englischkenntnisse anzuwenden und ihre interkulturellen Kompetenzen zu üben.