Herz zu verkaufen - „Junge Truppe“ des Gymnasiums am Romäusring präsentiert Theaterstück

Was ist wichtiger: Geld oder Freundschaft? Kann man sich Freundschaft kaufen? Was hält echte Freundschaft aus? Ausgehend vom Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff stellten sich die GaR-Nachwuchsschauspieler der „Jungen Truppe“ diese Fragen und entwickelten daraus ein Theaterstück, das sich kindgerecht mit der Problematik von Konsum und Teilhabe beschäftigte. Begleitet wurden sie dabei von GaR-Lehrerin Pascale Jenß. Am Donnerstag, 25.5. präsentierten sie ihre Produktion im Villinger Fidelisheim.
Das Bühnenbild war schlicht, aber eindrücklich gehalten. Um zwei Bänke scharen sich zunächst zwei konträre Freundesgruppen: Während die eine sich über gemeinsame Aktivitäten wie Fahrradfahren und Hockeyspielen definiert, steht für die andere Konsum im Vordergrund: Golfen, Reiten, Playstations sowie Shopping-Trips. Eine Kommunikation zwischen den Gruppen findet zunächst nicht statt; die reicheren Kinder (gespielt von Amelie Otte, Johanna Dammert, Helena Weidmann, Darius König und Lina Baier) haben kein Interesse an den ärmeren, die ärmeren hingegen gar keine Möglichkeit, sich an den Gesprächen der besser Situierten zu beteiligen.
Ein Waldgeist (hier ein Motiv des Hauffschen Märchens, passend dazu ein Bühnenbildwechsel, der die Szenerie in geheimnisvolles Grün hüllt) führt schließlich zwei der ärmeren Kinder in Versuchung: Er erfüllt ihnen zweimal ihren Wunsch nach Geld, sie akzeptieren dafür allerdings, sich in Zukunft „etwas anders zu fühlen“. Das Geld nutzen die beiden (dargestellt von Lilith und Zoé Josipovic), um sich neu einzukleiden und die reicheren Kinder einzuladen – doch das Interesse derer hält nur an, solange sie einen finanziellen Vorteil davon haben. Die beiden vernachlässigen zunehmend ihre besten Freunde (gespielt von Lisa Pricking und Julian Otte) sowie ihre gemeinsamen Hobbies. Erst als alles Geld ausgegeben, die Entzweiung weit fortgeschritten und die ursprünglichen Freundschaften scheinbar verloren sind, kommen die beiden zu dem Schluss: „Es ist, als hätten wir unsere Herzen verkauft.“ Das Stück fand allerdings doch noch ein versöhnliches Ende: Auf die Frage hin, was nun zu tun sei, beschließen alle, nun lieber einfach etwas gemeinsam zu unternehmen. Freundschaft und Vernunft siegen also letztendlich über den zerstörerischen Wunsch nach immer mehr Konsum von Waren und käuflichen Erlebnissen.
Begeisterter Applaus belohnte die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler für ihren vollen Einsatz.