Theaterbesuch der K2-Leistungskurse: Heimsuchung auf der Bühne

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Am Dienstag, den 24. Februar, besuchten die Leistungskurse der K2 im Fach Deutsch eine Inszenierung des Romans Heimsuchung im Theater am Ring. Aufgeführt wurde das Werk als Multimediaperformance von der Badische Landesbühne. Die Aufführung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck, der zugleich die diesjährige Schwerpunktlektüre im Abitur darstellt.

Der Theaterabend bot keine klassische, linear erzählte Bühnenfassung, sondern eine experimentelle Umsetzung, die mit Projektionen, Licht, Klang und extrem reduziertem Bühnenbild arbeitete. Die Inszenierung versuchte, die komplexe Struktur des Romans – mit seinen wechselnden Perspektiven und Zeitebenen – in eindrückliche Bilder und Stimmungen zu übersetzen.

Einzelne Szenen blieben nachhaltig im Gedächtnis. So hob sich etwa das sogenannte Doriskapitel deutlich vom übrigen Bühnengeschehen ab: Völlige Dunkelheit und nahezu vollständige Stille bestimmten diesen Abschnitt. Die Reduktion auf das Wesentliche erzeugte eine intensive Atmosphäre und lenkte den Fokus ganz auf die existenzielle Situation des jüdischen Mädchens, das in seinem Schrank im Warschauer Ghetto auf sein Ende wartet. Ebenso eindrucksvoll gestaltete sich das Kapitel des Tuchfabrikanten. Hier wurden Trauma und innere Zerrissenheit fast schmerzhaft spürbar gemacht. Durch eindringliche Klangkulissen, einen Wechsel aus reinen Vortragskapiteln und solchem mit körperbetontem Spiel und expressiver Darstellung gelang es den Schauspielerinnen und Schauspielern, die seelische Belastung der Figuren unmittelbar erfahrbar zu machen.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich viele Schülerinnen und Schüler beeindruckt, aber auch herausgefordert. Mehrfach wurde betont, dass man der Handlung ohne die vorherige Lektüre des Romans kaum hätte folgen können. Die fragmentarische Erzählweise und die dichte Symbolik verlangten definitiv Vorwissen, um die Figuren, historischen Hintergründe und Motivzusammenhänge einordnen zu können. Als Vorbereitung aufs Abitur und als kulturelle Erfahrung war der Abend definitiv gewinnbringend.

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