Vom 06. bis 13. Februar durften wir zum ersten Mal Schülerinnen und Schüler der IES Ángel Ganivet aus Granada (Spanien) bei uns am Gymnasium am Romäusring begrüßen – eine Woche voller Begegnungen, Entdeckungen und gelebter europäischer Freundschaft. Im Rahmen eines Erasmus-Projekts stand alles unter einem gemeinsamen Leitgedanken: kulturelles Erbe als verbindendes Element über geografische, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Eine Reise durch die Zeit – „Time Traveler Project“
Unter dem Motto „Historic Storytelling – Time Traveler“ begaben sich die Jugendlichen auf eine besondere Mission: Als „Zeitreisende“ erkundeten sie Villingen und tauchten in das Mittelalter ein. Dabei ging es nicht um trockene Fakten, sondern um die Frage: Wie fühlt sich Geschichte an?
In digitalen Logbüchern dokumentierten sie ihre Eindrücke zu Architektur, Gemeinschaft, Arbeit, Regeln und Essen – stets mit dem Blick darauf, was überrascht und was vertraut wirkt. Besonders spannend war die Frage, wie sehr uns das Mittelalter bis heute prägt und wie europäische Städte durch gemeinsame Wurzeln verbunden sind
Mehrsprachigkeit war dabei ausdrücklich erwünscht – denn Sprachvielfalt ist selbst Teil unseres kulturellen Erbes. Unsere Schülerinnen und Schüler mit Spanischprofil konnten hier ihre Kompetenzen unmittelbar einsetzen: Deutsch, Spanisch und Englisch verschmolzen ganz selbstverständlich im Austausch. Genau das macht Europa lebendig.
Mittelalter und Fasnet – gelebtes Erbe
Bei einer Stadtführung durch die historische Altstadt präsentierten unsere Schülerinnen und Schüler des Spanischprofils der Klassenstufe 8 eindrucksvoll „ihr“ Villingen, ergänzt wurde dies durch einen Besuch im Franziskanermuseum mit dem Fokus auf das mittelalterliche Zunftwesen.
Besonders eindrücklich war die Begegnung mit der Fasnet als immateriellem Kulturerbe – lebendig, identitätsstiftend und gemeinschaftlich. Im Bad Dürrheimer Narrenschopf machten die Schülerinnen und Schüler Bekanntschaft mit allerlei Figuren und arbeiteten gemeinsam an einem Social Media Projekt für das Museum. Am „Schmotzigen“ erlebten unsere Gäste hautnah die Schlüsselübergabe, den Kinderumzug und das närrische Treiben in der Stadt. So bunt und lustig hatten sich unsere spanischen Gäste Deutschland gar nicht vorgestellt!
Unser Schulhaus als kulturelles Erbe
Ein ganz besonderer Moment war die Schulhausführung mit Herrn Schmidt, unserem ehemaligen Schulleiter. Mit großer Begeisterung und Sachkenntnis lenkte er den Blick auf unser Schulgebäude am Romäusring selbst als Teil des kulturellen Erbes. Geschichte ist eben nicht nur in Museen zu finden – sie begegnet uns täglich in den Mauern, in denen wir lernen und leben.
Genuss verbindet
Natürlich spielte auch die schwäbische Gastfreundschaft eine wichtige Rolle: Frau Tolic verwöhnte uns mit frisch zubereiteten Maultaschen und Kartoffelsalat. Außerdem gab es Brezeln und Berliner – kulinarische Botschafter unserer Region, die begeistert probiert und gelobt wurden. Essen wurde so ebenfalls zu einem verbindenden Element kultureller Identität.
Gemeinschaft, die verbindet
Neben dem offiziellen Programm – vom Kennenlernen in der Cafeteria über gemeinsame Projektarbeit bis hin zu Ausflügen an den Bodensee nach Meersburg und Konstanz – waren es vor allem die persönlichen Begegnungen, die diese Woche so besonders machten. Freundschaften sind entstanden, Hemmungen verschwunden, neue Perspektiven gewachsen. Viele Jugendliche haben erlebt, wie bereichernd es ist, in einer anderen Sprache zu kommunizieren – und dass man sich auch mit kleinen Fehlern wunderbar verstehen kann. Entscheidend ist der Mut zur Begegnung.
Europa erleben – Zukunft gestalten
Unser Erasmus-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Schule heute aussehen kann: lebendig, international, weltoffen. Als Gymnasium mit Spanischprofil bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Sprache nicht nur zu lernen, sondern zu leben.
#UnitedByCulture ist für uns kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Wir haben erfahren, dass kulturelles Erbe mehr ist als alte Mauern – es sind die unsichtbaren Wurzeln, die Menschen verbinden.
Im Oktober 2026 werden unsere Schülerinnen und Schüler nach Granada reisen. Die Vorfreude ist groß – denn wir wissen nun: Europa wächst durch Begegnung.
Und auch unsere neue Partnerschule in Granada hat einen neuen Termin im Kalender: Zur Fasnet im Jahr 2027 besuchen sie uns wieder.
